Fall 4 Auerbach/ Vogtland
Waldbad Brunn – eine unendliche BadgeschichteEin Betreiberwechsel sollte die Stadt entlasten, endete aber am 14.Oktober 2005 mit der Insolvenz der Waldbad Brunn GmbH – Kosten: 640.000 Euro. Allein in den folgenden Jahren wurden ca. 1 Million Euro aufgebracht um das Bad zu erhalten und für die Wiederinbetriebnahme herzustellen. Das Waldbad Brunn wurde 2008 zum Teil wieder geöffnet. Nach knapp dreijähriger Pause erwartet die Freizeitanlage nun wieder die Badegäste. Allerdings nur im Freibad, der Sauna, dem Wellnessbereich und in der Gastronomie. Nunmehr kam ein von der Stadt beauftragter Gutachter zum Ergebnis, dass erhebliche Mängel am Bauwerk bestehen und ein Totalabriss der Halle eine sinnvolle Alternative darstellen würde. Die Dachkonstruktion sei unter anderem fehlerhaft hergestellt worden, ein von der Stadt angestrebtes Schlichtungsverfahren wurde im Juni 2008 ergebnislos beendet. Seit Dezember 2008 wird ein Beweissicherungsverfahren durchgeführt um ggf. auf gerichtlichem Wege Ansprüche geltend zu machen. Jetzt werden weitere 2,5 Millionen Euro zur Fertigstellung der begonnenen Sanierung benötigt. Der Stadtrat hat mit einem Grundsatzbeschluss vom 26.01.2009 den Abriss der baulichen Hülle des Hallenbades beschlossen, der durch eine kleinere Gebäudehülle ersetzt werden soll. Das Land fordert indessen seine gewährten Fördergelder von 7,2 Millionen Euro zurück, wogegen die Stadt in Widerspruch gegangen ist. Der Neubau der Gebäudehülle soll 2,2 Millionen Euro verschlingen, wobei die Stadt erneut auf eine 60prozentige Förderung des Freistaates hofft. Dieser Ersatzneubau soll die Betriebskosten wesentlich senken.
Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler wäre es angebracht keine weitere öffentliche Gelder in den Ersatzneubau des Hallenbades zu investieren. Der Rückbau des Hallenbades müsste durch die Stadt Auerbach sichergestellt werden und das Bad lediglich als Freibad mit Sauna, Wellnessbereich und Gastronomie betrieben werden. Die aufgelaufenen Verluste der vergangenen Jahre von ca. 6,5 Millionen Euro sollten Mahnung sein, nicht erneut einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Glauben zu schenken.
