LV Sachsen - Eine Brücke sorgt für Empörung

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Eine Brücke sorgt für Empörung

Görlitz. Die Stadt plant den Bau einer dritten Fußgängerbrücke für ca. 1,8 Millionen Euro aus Steuergeldern (Eigenmittel 178.000 €/ Bund 1.6 Mio. €). Die Stadt erklärt auf Nachfrage von BDSTINFO, dass es gegenwärtig lediglich eine Auto- und Fußgängerbrücke und eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke als direkte Verbindung zwischen den Städten Görlitz und Zgorzelec gibt.In der Vergangenheit verfügte Görlitz über sieben Neißebrücken. Diese Brücken sind ca. 3 km voneinander entfernt. Seit 1999, mit der Bewerbung um die 4. Sächsische Landesgartenschau, trägt sich die Europastadt Görlitz/Zgorzelec mit dem Gedanken, weitere Brücken zu bauen. Die Intentionen dafür liegen auf der Hand: Beispiele in zahlreichen Städten zeigen, dass ein Fluss mitten in der Stadt ein attraktiver Begegnungsraum sein kann.

Umso mehr, wenn er nicht nur von Bürgern verschiedener Stadtteile genutzt wird, sondern von Bürgern verschiedener Nationen. Um auch in Görlitz/Zgorzelec der Schaffung einer attraktiven Stadtmitte am Fluss einen Schritt näher zu kommen, soll die seit Jahren verfolgte Idee jetzt umgesetzt werden. Weitere positive Effekte liegen zum Beispiel in der besseren Anbindung des Görlitzer Geschäftszentrums an die Zgorzelecer Wohngebiete sowie in der Schaffung eines, auch für ältere Besucher erlaufbaren, touristischen Rundweges für Altstadtbesucher.

Unsere Mitglieder und Bürger von Görlitz sind von der Argumentation der Stadt nicht so überzeugt. Eine vom Bund der Steuerzahler Sachsen durchgeführte Umfrage ergab, 85 Prozent sehen die Brücke als Steuergeldverschwendung an, O-Ton der Mitglieder: Der Verband soll den Bau verhindern. Andere Sachen wären wichtiger, z. B. dass die Stadthalle saniert werden muss und dass es am "Blockhaus" eine sehr sanierungsbedürftige Brücke gibt. Diese sei seit 2-3 Jahren sehr beschädigt, dass sich die Autofahrer teilweise nicht mehr trauen, diese zu befahren. Die Kofinanzierung der Maßnahme über Bundesmittel lässt die Maßnahme für die Stadt mit einem 10prozentigen Eigenanteil wirtschaftlich „erscheinen“. Insoweit handelt es sich hierbei wieder um ein Phänomen der sog. Mischfinanzierung und es darf bezweifelt werden, ob diese Maßnahme Priorität 1 bei der Umsetzung gehabt hätte, wenn es keine Förderung gegeben hätte.

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