LV Sachsen - Schwarzbuch 2014

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07.10.2014

Kommunaler Zweckverband in den Miesen

Gemeinden in Sachsen und Sachsen-Anhalt, die Mitglieder oder Kunden des Zweckverbands „Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen“ (KISA) sind, müssen mit steigenden Preisen und Umlagen zur Deckung aufgelaufener Verluste rechnen.

Limbach-Oberfrohna. Der Zweckverband KISA, der nach eigenen Angaben mehr als 800 kommunale Mandanten im Bereich der Hard- und Softwarebeschaffung unterstützt und seinen Mitgliedern Beratungsleistungen und Rahmenverträge anbietet, ist tief in die roten Zahlen geraten.

Schuld sind offenbar Missmanagement und Fehleinschätzungen. So wurde der Trend weg vom Großrechner hin zu serverbasierten Lösungen nicht rechtzeitig erkannt. Das vorhandene Risikomanagementsystem funktionierte nicht, notwendige Preisanpassungen wurden seit 2009 nicht vorgenommen.

Ob diese Fehlentwicklungen aufgrund politischer Einflussnahme der Mitglieder zustande kamen oder ausschließlich das Management zu verantworten hat, ist unklar. Letztlich ist ein Fehlbetrag von mehr als fünf Millionen Euro aufgelaufen, der nunmehr über Sonderumlagen der Mitglieder gedeckt werden soll. Mehr als ein Dutzend Gemeinden, darunter die Stadt Chemnitz, haben einen Antrag auf Austritt aus dem Verband gestellt.

Inzwischen wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet, das derzeit umgesetzt wird. Geschäftsstellen werden geschlossen, Personal wird eingespart.

07.10.2014

Staatsweingut stößt Steuerzahlern sauer auf

Die Stadt Radebeul leistet sich ein kommunales Weingut. Was die wenigsten Bürger wissen: Das Weingut liefert neben edlen Tropfen auch rote Zahlen – zuletzt mit einem Verlust von 90.000 Euro.

Radebeul. Die sächsische Stadt Radebeul ist zu 100 Prozent an der Weingut Hoflößnitz GmbH beteiligt. Um den Erhalt der öffentlichen Einrichtung zu sichern, fließen jährlich 230.000 Euro aus der Stadtkasse in eine gemeinnützige Träger-Stiftung. Bis 2015 kommen zudem insgesamt 1,75 Millionen Euro für die Grundsanierung der Gebäude hinzu.

Die Hoflößnitz ist das älteste nahezu durchgängig betriebene Weingut Sachsens. Zur Hoflößnitz gehören rund 8,5 Hektar Rebfläche nebst Weinladen, einem Weinbaumuseum, einer Weinstube und einem Gästehaus.

Auf dem Weingut finden regelmäßig Konzerte und Weinfeste statt. Verschiedene Räumlichkeiten der Hoflößnitz können zudem für Familienfeierlichkeiten, Firmenjubiläen oder Empfänge gebucht werden.

Trotz des umfangreichen Angebots arbeitet das Gut nicht kostendeckend. Im Jahr 2013 gab es einen Verlust von 90.000 Euro. Da stößt dann auch der beste Wein sauer auf.

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