LV Sachsen - Schwarzbuch 2015

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30.09.2015

Banken-Streich in Chemnitz

Die Stadt Chemnitz klotzt beim Bau einer öffentlichen Sitzbank: 15 Meter Sitzfläche kosteten 61.000 Euro. Zu viel, meint der BdSt.

Chemnitz. Nach der Eröffnung 2014 des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz im einstigen Kaufhaus Schocken und der Neugestaltung des Stefan-Heym-Platzes sollte durch die öffentliche Möblierung dem Platz mehr Flair verliehen und das neue Museum eingebunden werden. Dabei galt es auch, die Interessen des ÖPNV, der Radfahrer und Fußgänger sowie des Denkmalschutzes unter einen Hut zu bekommen. Zwei Unternehmen aus Berlin wurden mit der Gestaltung und Realisierung von Bankskulpturen beauftragt. Im April 2015 baute nun die Stadt die neue Sitzgelegenheit – einen sogenannten Einbaum – auf dem Stefan-Heym-Platz. Ein Einbaum besteht aus 2 Eichenkernholzelementen, einmal mit 10,5 Metern und einmal mit 4,5 Metern Länge. Als Eigentümerin des Museums investierte die städtische Wohnungsgesellschaft GGG rund 40.000 Euro, die Stadt Chemnitz – als Eigentümerin des Stefan-Heym-Platzes – weitere 21.000 Euro.

Das ist zu viel, meint der BdSt. Mehr als 4.000 Euro pro Sitzbank-Meter auszugeben, sprengt den Rahmen der wirtschaftlichen Vernunft! Mit einem besseren Baumanagement hätten die Gesamtkosten deutlich niedriger ausfallen können. Auch ein Ideenwettbewerb unter den Chemnitzer Bürgern hätte sicherlich gute Alternativen hervorgebracht.

30.09.2015

Bahngleis am Bedarf vorbei saniert

Im Bahnhof Grimma wurde in ein barrierefreies Bahngleis investiert, das im Regelzugverkehr gar nicht angefahren wird, sondern nur dann, wenn Behinderte sich angemeldet haben. Dann aber müssen alle Reisenden einen Umweg in Kauf nehmen.

Grimma. 200.000 Euro hat die barrierefreie Sanierung 2012 des Bahngleises 2 in Grimma gekostet. Für die Ausführung war die Deutsche Bahn AG, Bereich Station und Service, zuständig. Dumm nur, dass dieses Bahngleis gar nicht von der bislang mit der Streckenbestellung beauftragten Bahn angefahren wird, sondern nur dann, wenn Menschen mit Behinderungen sich bei der Mobilitätszentrale anmelden. Dies hat dann Konsequenzen für alle Reisenden: Sie müssen bei der Anfahrt auf das Gleis 2 einen Umweg von mindestens 200 Metern inklusive der Kreuzung eines Bahnübergangs in Kauf nehmen. Der Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der den Personennahverkehr auf der Schiene im Regierungsbezirk Leipzig plant, organisiert und finanziert, hatte während der Planungsphase des Projekts ESTW Muldenthal seit 2008 und im Planfeststellungsverfahren schriftlich darauf hingewiesen, dass dieser Bahnsteig nicht benötigt wird und gefordert, dafür den Hausbahnsteig barrierefrei auszubauen. Dies hätte keine Umwege für die Reisenden bedeutet, die Betriebskosten wären dauerhaft geringer – und dies bei höherem Komfort für alle Reisenden. Die Deutsche Bahn verweist darauf, dass der Hauptbahnsteig kein Gegenstand des Projekts ESTW Muldenthal gewesen wäre. Der ZVNL kalkuliert die jährlichen Verluste durch die Betriebskosten für die geschaffene Lösung auf 30.000 Euro.

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